Die Südinsel und Kanu Slalom Nationalmeisterschaften
Montag, Mai 3rd, 2010 | Allgemein | Keine Kommentare
Die Nationalmeisterschaften im Kanu Slalom finden in Neuseeland nur alle drei Jahre auf der Südinsel statt, da die meisten Paddler auf der Nordinsel leben. Ich bin zum Glück im richtigen Jahr hier und durfte deshalb mit dem Kanu Slalom Team zu den Schulmeisterschaften nach Waipouri und für New Zealand Open’s nach Cromwell auf die Südinsel fahren. Zusammen mit meinem Gastvater Gary und ca 25 Booten auf dem Anhänger ging es am 25.03 in Tauranga los. In Wellington haben wir noch einige Mädchen abgesetzt die dort an den Kanu Polo Meisterschaften teilgenommen haben. Von Wellington ging es dann drei Stunden mit der Fähre nach Picton auf die Südinsel. Der Hafen liegt sehr tief im Inland inmitten sehr vieler kleinen grünen Inseln zwischen denen die Fähre eine ganze Weile lang fährt bis man tatsächlich da ist. Von dort aus ging es dann weiter entlang der Ostküste. Die Südinsel ist dort meist sehr trocken und ziemlich unspektakulär.
Nach insgesamt drei Tagen Autofahrt kamen wir in Dunedin an und besuchten kurz meinen Gastbruder Shaun, der dort an der Otago Universität studiert. Eine Stunde von Dunedin lag unsere Jugendherberge in Waipouri, in der alle Kajaker vom “Tauranga Boys College” untergebracht waren. Die ganze Woche lang zusammen mit den anderen Jungen in einem Raum zu schlafen und Quatsch zu machen hat mich sehr an Klassenfahrten erinnert. Am nächsten Tag begann das Rennen auf dem Waipouri River. Ein nicht allzu schwerer Fluss, da auf den Schulmeisterschaften auch sehr viele Anfänger teilnehmen. Dafür aber in einer sehr schönen Umgebung mitten im Nichts und von Urwald umgeben. Im Gegensatz zu anderen Rennen auf denen ich meistens nur Kajak (K1) fahre musste ich auf den Schulmeisterschaften in acht verschiedenen Disziplinen starten. Ich hatte also ziemlich viel zu tun und einige Probleme in den Bootarten in denen ich noch nie an einem Rennen teilgenommen hatte. Zum Beispiel bin ich im Canadier (C1) zwei Mal gekentert und musste rollen und im Zweier-Canadier bin ich mit meinem Partner gekentert und wir mussten aussteigen. Ich habe 3 Medaillen in den Manschaftsrennen gewonnen. Manschaftsrennen bedeutet, dass drei Boote die Strecke hintereinander befahren. Der stärkste Konkurrent des Tauranga Boys College war die Dunstan High School aus Alexandra mit sehr vielen und guten Paddlern. Die Jungen aus Tauranga haben sich aber durchgesetzt und gewannen den Schulpokal. Das Wetter hat nicht so gut mitgespielt und die Regenschauer, die meistens im 30min Takt kamen, haben das ganze etwas ungemütlich gemacht. Die gute Stimmung unter den Jungs und Mädchen aus Tauranga und von der Südinsel hat das aber wieder wettgemacht und wir hatten alle sehr viel Spaß. Nach den Schulmeisterschaften waren New Zealand Open’s in Cromwell. Der Kawarau River ist ein sehr unbrechenbarer Fluss, der durch eine riesige Schlucht fließt. Vom Ufer aus sieht es nicht sehr schwer aus. Es passiert aber oft, dass das Boot plötzlich zur Seite gedrückt wird. Desshalb haben sogar einige der besten Paddler in ihrem ersten Lauf Tore verpasst. Am ersten Tag bin ich vierter geworden und am zweiten Tag, an dem die Nationalmeisterschaften statt fanden, habe ich den achten Platz belegt.
Nach einer Woche paddeln und Wettkämpfen konnte ich dann noch ein bisschen Urlaub machen und die Südinsel genießen. Das nächste Ziel auf unserer Reise war Queenstown. Auf dem Weg dahin waren Anna und ich Bungeejumpen. Von einer Brücke ging es 50 Meter in die Tiefe. Es war ein unglaubliches Gefühl und auch zehn Minuten danach hatte ich noch weiche Knie.

Die nächsten Tage verbrachten wir dann in Queenstown zusammen mit Lou’s Schwester und ihren Kindern. Queenstown ist zwar sehr schön aber leider sehr stark von Touristen belagert. Die Stadt liegt an einem riesigen blauen See mit sehr hohen Bergen, Gondeln, Skigebieten und hunderten von Hotels. Neben Bungeejumping waren Anna und ich dann noch Jetboat fahren. Die nächsten paar Tage haben wir in Wanaka verbracht. Auch eine sehr schöne Stadt an einem See aber nicht mit so vielen Touristen wie in Queenstown. Dort habe ich etwas mit Thomas, einem Kajak-Trainer aus Frankreich, trainiert und war shoppen. Die letzten zwei Tage haben wir dann bei Lou’s Schwester in Timaru übernachtet. Vom Flughafen in Christchurch ging es dann wieder zurück nach Tauranga. Als ich aus dem Flugzeug stieg, war es gleich gefühlte 15 Grad wärmer als auf den Südinsel. Drei Tage später ging dann leider auch schon die Schule wieder los. Aber ich hatte eine sehr schöne Zeit auf der Südinsel und habe viele nette Leute kennen gelernt.
Liebe Grüße aus Neuseeland
Moritz
Kanu Slalom in Neuseeland
Donnerstag, Februar 18th, 2010 | Allgemein | 2 Kommentare
Ich habe mir immer gewünscht während meines Auslandsjahres in Neuseeland weiter Kajak fahren zu können und ich bin mir sicher, dass ich dafür keine bessere Gastfamilie hätte finden können. In Neuseeland gibt es keine Clubs oder Vereine weshalb es sehr wichtig ist, gute Kontakte zu haben. Alle Rennen und Trainingseinheiten werden hier über die Schulen und die Eltern organisiert. Vor zwei Wochen habe ich mich für das Kanu Slalom Team an meiner Schule, dem Tauranga Boys College eingeschrieben. Mein Coach Andrew hat mir dann einige Tage später mein Trainingsprogramm geschickt. Ich habe drei Mal pro Woche Training auf dem Kaituna-River, einem Wildwasserfluss bei Rotorua. Außerdem habe ich noch vier weitere Trainingseinheiten auf Flachwasser und sollte jeden Sonntags noch einmal Wildwasser fahren. Ich bin sehr froh, hier so viel Wildwasser fahren zu können, da ich in Deutschland Wochentags immer nur auf der ruhigen Pader gefahren bin.
Insgesamt ist Kanu Slalom und Kanu fahren in Neuseeland etwas populärer als in Deutschland. Da in Neuseeland aber nur 4 Millionen Menschen leben, sind auf den Rennen doch immer weniger Leute. Eigentlich hatte ich immer gedacht, dass die Neuseeländer total auf Camping stehen aber auf den Rennen hier zeltet nie jemand, stattdessen mieten sich alle Teilnehmer eine Wohnung oder ein Motel.
Oceania Open 2010
Ich bin gerade in Australien in der Nähe von Sydney und habe morgen einen Wettkampf auf der Olympia Strecke in Penrith. Die Strecke ist so ähnlich wie die in Leipzig nur vielleicht etwas schwerer. (Hier ein Bild der Strecke aus der Luft.) Bis jetzt hatte ich drei Trainingseinheiten und gleich fahren wir noch mal zur Strecke um die Vorfahrt zu sehen. Bei der Vorfahrt fahren Paddler, die nicht am Wettkampf teilnehmen, die Strecke und die Teilnehmer können sich dabei noch etwas abgucken. Alle neuseeländischen Paddler und die Trainer hier sind sehr nett und auch all die internationalen Paddler zum Beispiel aus Kanada sind sehr freundlich. Ich bin der einzige deutsche Paddler hier, also werde ich mich morgen besonders anstrengen. Aufgrund der sehr starken Konkurrenz glaube ich aber nicht, dass ich ins Halbfinale komme (die ersten 40 von 90 Teilnehmer). Ich werde nach dem Wettkampf noch einmal einen kleinen Artikel schreiben und berichten wie es gelaufen ist.
Liebe Grüße aus Australien
Moritz
PS. Jeder Lauf in Penrith wird gefilmt und Du kannst Dir meine Läufe auf www.oceania.canoe.org.au anschauen oder runterladen. Mein Coach hat ein paar tolle Fotos von mir gemacht. Die zeige ich Euch im nächsten Artikel. Also: drückt mir die Daumen oder wie man hier sagt: Fingers crossed.

Meine erste Woche in Neuseeland
Sonntag, Januar 31st, 2010 | Allgemein | 1 Kommentar
Ich habe jetzt genau auf den Tag eine Woche in Neuseeland hinter mir. Als ich am letzten Sonntag nachts um 2 hier ankam, war ich erst todmüde vom Flug und habe mich sofort ins Bett gelegt. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich am nächsten Tag bis in den Nachmittag hinein schlafe. Seltsamerweise bin ich dann aber schon um 7:30 Uhr aufgewacht.
Ein 30 Stunden Flug und 12 Stunden Zeitverschiebung bringen einem die Schlafgewohnheiten doch ziemlich durcheinander. Am nächsten Tag haben Anna und Mark mir etwas Tauranga gezeigt. Wir sind kurz am Strand entlang gelaufen und waren in der Innenstadt. Den Rest der Woche war ich dann noch Shoppen und habe etwas die Gegend erkundet. Am Wochenende hatte ich dann sofort meinen ersten Wettkampf in Kawerau. Ich finde, es ist ein sehr schöner Fluss zum Paddeln.
Am Freitag waren wir noch kurz trainieren und am Samstag ging es dann gleich mit dem Wettkampf los. Die Rennen liefen für mich eigentlich immer ganz gut. Meine Platzierung weiß ich leider nicht, weil die Sportler auf den Ergebnislisten ohne die Altersklassen angegeben waren. Wahrscheinlich kann man die Ergebnisse später noch auf der neuseeländischen Kanuslalom Seite www.slalomnz.org.nz nachlesen. Alles in allem war es ein sehr schönes Wochenende bis auf eine Menge Mückenstiche und einen leichten Sonnenbrand. Heute geht es gleich weiter in ein Trainingslager zum National White Water Park – Mangahao bei Shannon, ca. 400 km südlich von Tauranga, nahe der Westküste. Dort trainiere ich dann die ganze Woche und habe am Wochenende den nächsten Wettkampf.

Hallo miteinander…
Sonntag, Dezember 13th, 2009 | Allgemein | 1 Kommentar
Hallo miteinander,
dank der vielen großzügigen Spenden konnte ich nun bei Emirate Airlines den Flug nach Auckland für Mitte Januar buchen. Um in Neuseeland mein Kanu-Slalom Training fortzusetzen, wollte ich gerne mein eigenes Kajak mitnehmen. Der Transport per Schiff kostet aber hin und zurück soviel wie das Boot selbst und mit den Airlines und Ihren Sondergepäckbestimmungen ist es auch nicht gerade einfach. Die Nationalmannschaft der Kiwis hat auch immer diese Probleme mit den Fluggesellschaften und riet mir zu einem keinen Trick: Ich habe erst mal ein Gepäckstück für 3 m Länge angemeldet. Vielleicht bekomme ich mein Kanu, das mit 3,50 Metern für das zugelassene Sportgepäck eigentlich zu lang ist, so doch noch nach Neuseeland. Für den Fall, dass es nicht klappt, hat sich meine Gastmutter schon nach einem “Leihkanu” erkundigt.
Im Moment stehe ich in regelmäßigem Email-Kontakt mit meiner Gastfamilie, vor allem mit meiner Gastschwester Anna, die mir schon einiges über Tauranga und ihren Alltag in Neuseeland erzählt hat. Außerdem ist Inga Heinz-Fischer, eine Kanutin aus Schwerte, gerade für vier Monate in Neuseeland und von ihr habe ich auch schon einiges über das Leben in Neuseeland z.B über den Schulalltag erfahren. Dort ist die Welt noch viel kleiner als in Europa: Inga hat meine zukünftige Gastfamilie in einem Trainingslager getroffen und war auch schon bei ihnen in Tauranga zum Besuch. Das Wetter in Neuseeland ist im Moment sehr gut, worüber sich meine Gastfamilie freut. Und da das Wetter hier immer ungemütlicher wird, kann ich es kaum erwarten, dass es endlich so weit ist und ich mich auf den Weg an das andere Ende der Welt machen kann. Vorher habe ich aber noch jede Menge Vorbereitungen zu treffen wie das Visum, mögliches Schülerbafög, Rennpass für die Kanurennen in Neuseeland usw.
Liebe Grüße
Moritz
203,5 km!
Sonntag, Juli 5th, 2009 | Allgemein | Keine Kommentare
Liebe Sponsoren, liebe Sponsorinnen,
nachdem ich mich nun, nach ca. 15 Stunden Schlaf einigermaßen erholt habe, möchte ich noch einmal aus meiner Sicht von der Fahrt berichten.
Alles in allem war es für mich ein aufregender und anstrengender Tag. Als ich mitternachts in Hann. Münden losfuhr, war ich noch sehr vorsichtig mit dem Tempo, da ich nicht gerade viel vom Fluß erkennen konnte und weil ich nicht genau wusste wie schwer es werden würde, den ganzen Tag lang zu fahren. Als kurz vor 5:00 Uhr die Sonne langsam aufging und ich die erste Pause in Bad Karlshafen hinter mir hatte, begann ich die Geschwindigkeit etwas zu erhöhen. Mit regelmäßigen Pausen war es kein Problem das Tempo zu halten. Bei ca. 120 km bekam ich es mit teils sehr starken Gegenwind zu tun. Außerdem begann bei 130 km der Rückstau des Wehrs in Hameln, was mir das Vorankommen etwas erschwerte. Bis kurz vor Sonnenuntergang musste ich dann noch gegen den Wind paddeln. Trotzdem schaffte ich es bis 20:00 Uhr die 174 km bei Veltheim zu erreichen. Nachdem ich den ganzen Tag an eine Strecke um die 180 km gedacht hatte, machte ich mir nun Hoffnungen die 200 km doch noch zu schaffen und bis Minden zu kommen. Und tatsächlich, nach einigem Suchen in der Dunkelheit, erreichte ich um 23:40 Uhr den Zeltplatz von Kanuklub Minden. Sehr erschöpft aber glücklich stieg ich aus dem Boot.
Bilder von dieser Fahrt findet ihr hier.
Letztendlich habe ich genau 203,5 km geschaft.
Aus Euren Schätzungen ergeben sich damit folgende Preisträger und Preisträgerinnen:
1. Conny (Schätzung 205 km) gewinnt 4 Arbeitsstunden.
2. Da 3 Sponsoren jeweils 200 km geschätzt haben, wird dieser Preis mit 3 Arbeitsstunden drei mal vergeben an:
Daniela
Ute und Mathias
Änne
3. Peter (Schätzung 210) gewinnt 2 Arbeitsstunden.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgemacht haben! Ich bin damit meinem Ziel, ein halbes Jahr in Neuseeland zur Schule zu gehen einen großen Schritt näher gekommen.
Euer Moritz
23:40 Uhr
Sonntag, Juli 5th, 2009 | Allgemein | 3 Kommentare
203,5 km sind geschafft!
Moritz hat im Lichterschein des Raddamfers und der Fischerstadt den Kanuklub Minden erreicht und ist sehr glücklich und “etwas” erschöpft. Weil kurz nach Vlohto sein Handy den Geist aufgab, wurde es noch einmal richtig spannend. Ich stand ab 23:20 Uhr am Ufer und versuchte in der Dunkelheit den Schemen eines Kajakfahrers auszumachen. Seit 2,5 Std. hatten wir nun keinen Kontakt mehr. Nach seiner Flußbescheibung, die vor ihm auf seinem Boot befestigt war, wußte Moritz zwar bei welchem km-Stand mit dem Kanuklub zu rechnen war, aber die Schilder der Flußkilometrierung waren in der Dunkelheit nicht mehr zu erkennen.
“Eigentlich hätte ich ja noch 20 Minuten weiterfahren können”, waren seine ersten Worte nach der Ankunft am Ziel. Nach einer heissen Dusche und einer kl. Nachtmahlzeit fielen wir beide in einen komatösen aber sehr glücklichen Schlaf.
21:20 Uhr
Sonntag, Juli 5th, 2009 | Allgemein | Keine Kommentare
Moritz hat vergessen, die Kopflampe wieder an Bord zu nehmen. Deshalb treffen wir uns kurz vor Sonnenuntegang noch mal an einem Campingplatz bei Vlohto und verabreden ein Wiedersehen in Minden.
20:00 Uhr
Samstag, Juli 4th, 2009 | Allgemein | 3 Kommentare
An der Personenfähre Veltheim sind 174 km erreicht. “Vielleicht schaffe ich ja doch noch die 200.” Mit diesen Gedanken und einigen leckeren Käsebroten unseres Caterers geht Moritz nach 20 Min. wieder aufs Wasser.
17:10 Uhr
Samstag, Juli 4th, 2009 | Allgemein | Keine Kommentare
Die 150 ist erreicht. Auf einer Wiese werden neue Brote und Energieriegel übernommen. Wir hoffen, dass auch das in Hameln wieder aufgeladene Headset zum telefonieren wieder funktioniert…
15:20 Uhr
Samstag, Juli 4th, 2009 | Allgemein | Keine Kommentare
Hameln ist mit 134,5 km erreicht. Allerdings hat die auf 5 km aufgestaute Weser davor viel Kraft gekostet. Leider hat auch der Gegenwind zugenommen und mach Moritz etwas zu schaffen. Dafür so sagte der Schleusenwärter, bei dem ich den Laptop aufladen konnte, fließe die Weser nach Hameln etwas schneller. Wir sind beide sehr gespannt, wie nah wir an die 200 herankommen.
| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Mai | ||||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
| 28 | 29 | 30 | 31 | |||